Saison 2017

Gerne möchte ich kurz ein paar Gedanken zur vergangenen Saison mit euch teilen. Es war eine intensives Jahr mit guten Leistungen und auch ein paar weniger guten Resultaten. Im Grossen und Ganzen aber bin ich sehr zufrieden. Denn ein Trend, den ich feststellen konnte oder kann, ist die kontinuierliche Steigerung meiner Leistungsfähigkeit über die letzten 12 Monate.

 

Vor etwas mehr als einem Jahr beschäftigten mich viele Fragen. Anlass dazu war eine nicht zufriedenstellende Saison 2016. Mit Halbmarathon Zeiten von 1h 20 und höher war ich langsamer als in den vergangenen drei Jahren, in denen ich bereits auf der Halbdistanz unterwegs war. Wem eine solche Entwicklung keine Sorgen bereitet ist im Spitzensport definitiv fehl am Platz. Auch diese Frage betreffend fehl am Platz stellte ich mir einige Male.

 

Ich hatte drei sehr gute Jahre mit meinem damaligen Trainer und auch im 2016 hat er einen tollen Job gemacht. Auch ich hatte das Gefühl viel und mit der nötigen Hingabe trainiert zu haben. Trotzdem stagnierte ich quasi vollgas, irgendetwas passte anscheinend nicht. Natürlich war zu diesem Zeitpunkt weit mehr als nur das Training betroffen, meine Motivation und Selbstvertrauen waren wie weggeblasen. Ich war bereit für eine Veränderung, wusste aber nicht genau was ich verändern soll.

 

Ein glücklicher Zufall liess mich Ende Oktober 16 einen alten Freund und früheren Trainingskollegen  von der Trainingsgruppe unter Brett Sutton nach über drei Jahren wieder treffen. Wir führten ein angeregtes Gespräch über die vergangenen drei Jahre, über den Sport im Allgemeinen, Triathlon und über unsere Ziele.

Zwei Dinge waren auffällig, erstens: wir verstanden uns immer noch genau gleich gut wie früher und zweitens: er schien zu wissen, was ich falsch machte und ich glaubte ihm. Scott ist Amerikaner, der die Schweiz liebt und jeden Sommer mehrere Wochen fürs Training in die Schweizer Berge kommt. Vom Spitzenläufer mit einer Bestzeit von unter 30 Minuten über die 10 Kilometer hat er sich zu einem erfolgreichen Ironman entwickelt, hat unter anderem 6 Jahre unter dem Erfolgscoach Brett Sutton trainiert und seine Spezialität ist das Laufen. Seine Lebenspartnerin und Ironman Profi Carry Lester hat er zu mehreren Ironman Siegen und Top Ten Platzierungen bei der Ironman WM Hawaii gecoacht und nun wollte er mir weiterhelfen. Nur eine Nacht musste ich darüber schlafen, ehe ich wusste, dass ich diese Chance nutzen wollte.

 

Die ersten zwei Monate war das Training sehr streng und fordernd und meine Waden schrien ab und an nach Pause. Danach gewöhnte ich mich langsam an die neuen Reize und erste Verbesserungen stellten sich ein. Das motivierte mich und ich wollte den Schwerpunkt voll aufs Laufen setzen. Scott hingegen erinnerte mich ständig daran, dass ich geduldig bleiben muss. Kontinuität zählt mehr als eine einzelne Bestleistung im Training. Er erwähnte auch immer wieder, dass ich wie ein Triathlet trainieren muss und wir meine beiden starken Disziplinen, das Schwimmen und Radfahren auf keinen Fall vernachlässigen dürfen.

Das Resultat nach etwas mehr als einem Jahr Training ist, dass ich momentan (Ende Dezember 17) also mitten in der Off Season schneller schwimme, mindestens gleich gut radfahre und deutlich schneller laufe als zu Beginn dieser Saison (April 17) .

Freunden von Zahlen sei hier ein kleines Beispiel geliefert: Anfangs April bin ich bei einem Laufwettkampf über 10 Kilometer einen 3.31/ km Schnitt gelaufen. Jetzt im Dezember bin ich über 9 Kilometer einen 3.16/ km Schnitt gelaufen. Das ist eine deutliche Steigerung, welche mich sehr zuversichtlich stimmt für die neue Saison 2018. Die Trainingsverbesserungen sprechen dieselbe Sprache.

 

In dieser Saison ist noch nicht alles perfekt zusammen gekommen, ich war zwei, drei Mal im falschen Moment krank, hatte einen Kettenblattriss in einem Rennen, einmal ist mein ganzes Gepäck inkl. Fahrrad drei Tage von der Airline verloren gegangen, 3 Rennen waren extrem kalt, was auch nicht zu meinen Lieblingsbedingungen gehört. Das sind natürlich kleine Bagatellen, welche jeder Athlet durchmacht. Trotzdem bin ich sicher, dass wenn ich nächstes Jahr alles zusammen fügen kann, einige richtig gute Wettkämpfe möglich sind. Ich bin sehr zuversichtlich, dass dies nur eine Frage der Zeit sowie weiterhin konstanter, ehrlicher und harter Arbeit ist. Hervorheben möchte ich meinen zweiten Rang beim Ironman 70.3 Pescara, je einem guten vierten Rang beim Ironman 70.3 Gdynia sowie dem legendären Alpe d'Huez Triathlon über die olympische Distanz sowie dem Sieg beim Swiss Circuit Rennen in Murten, ebenfalls über die olympische Distanz.

 

In diesem Sinne, bleibt dran, egal um was es sich handelt. Verfolgt eure Ziele und setzt alles daran, aus einem Traum Realität werden zu lassen. Ich bedanke mich fürs lesen und eure Unterstützung das ganze Jahr über und wünsche euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0