Ironman 70.3 Dubai

Auch dieses Jahr absolvierte ich mein erstes Rennen der neuen Saison in den Arabischen Emiraten. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo ich mich bereits richtig darauf vorbereitet hatte, wollten wir dieses Jahr keine Frühform riskieren und nutzten dieses Rennen lediglich als erste Standortbestimmung im Winteraufbau. Trotzdem setzte ich mir ein Ziel. Die Top 5 sollten an einem guten Tag möglich sein.

Leider erwischte ich den dafür nötigen, guten Tag nicht. Seit der Hinreise fühlten sich meine Beine irgendwie "steif" an.

Ich versuchte während den zwei Tagen vor Ort noch die Muskeln bestmöglich zu aktivieren. Beim Schwimmen hängte ich mich an die Füsse von Jan Frodeno und Josh Amberger und kam als Dritter aus dem Wasser. Ich wollte keine unnötigen Kräfte verschwenden, da nach dem wegen starkem Wind und Wellen auf 1.2 Kilometer verkürzten Schwimmpart noch fast 1 Kilometer zur Wechselzone auf uns wartete. Auf dem langen Weg zum Rad, welcher im weichen Sand zu bewältigen war, verlor ich den Anschluss an den Weltmeister Frodeno und auch an Amberger. Am Anfang lief es noch ordentlich auf dem Rad, jedoch konnte ich die Lücke zu den beiden Führenden nicht schliessen. Trotzdem war ich schnell genug unterwegs, um den dritten Rang zu verteidigen. Beim Wendepunkt( 45 Km) sah ich meine Verfolger, die zu diesem Zeitpunkt fast 3 Minuten hinter mir zurück lagen. Ab 65 Kilometer machten sich leichte Krämpfe im linken Gesässmuskel bemerkbar. Diese wurden immer schlimmer und ich konnte es auch nach mehrmaligem Aufstehen, Beine ausschütteln und leichtem Dehnen nicht mehr in den Griff bekommen. Ab 70 Kilometer konnte ich nicht mehr in Aeroposition fahren und der Muskel machte komplett zu. In der Folge verlor ich auf den letzten 20 Kilometern Platz für Platz und war somit aus dem Rennen um eine Top Platzierung raus. Ich wollte nur noch den Radpart hinter mich bringen und als Training einen möglichst guten Lauf absolvieren. Zuerst hatte ich noch Hoffnung, dass ich Laufen könnte, da es eine ganz andere Position war. Auch als ich aus der Wechselzone humpelte, dachte ich, der Muskel macht wieder auf. Nach nur 2 Kilometern musste ich aber einsehen, dass mir an diesem Tag der Dienst verweigert bleibt und ein Finishen unmöglich oder zumindest völlig sinnlos ist.

 

Zuerst war ich natürlich sehr enttäuscht, war ich doch extra nach Dubai gereist und hatte auf einen guten Saisonstart gehofft. Zumal mein Wintertraining bis dahin sehr gut verlaufen ist. Da aber noch ganze 2 Monate Training bis zum nächsten Wettkampf vor mir liegen, konnte ich die Enttäuschung ziemlich schnell in Motivation ummünzen. Solche Niederlagen wecken immer ganz speziell den Kämpfer in mir, von da her für den weiteren Saisonverlauf vielleicht gar nicht so schlecht.;)

 

 

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