Ironman Zürich

Letztes Wochenende bestritt ich am Ironman in Zürich meine erste Langdistanz der Saison 2015. Im Training verlief alles nach Plan und ich freute mich riesig auf den Grossanlass mit vielen bekannten Gesichtern am Streckenrand. Ich wusste, dass ich fit war. Dies zeigte mir mein 2. Rang beim Ironman 70.3 Rapperswil und mein erster Profi Sieg beim Ironman 70.3 in Luxemburg vor nur wenigen Wochen. Aber wie schaut es mit der doppelten Distanz aus? 

Diese Frage stellten sich wohl viele. Für einige war ich gar "Aussenseiter Favorit" mit Chancen auf den Sieg. Ich persönlich hatte allerdings etwas mehr Respekt vor der langen Distanz, dem Pacing, der Ernährung und der starken Konkurrenz. Mein Ziel war es, raus zu gehen, Spass haben und meine Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Mit einem perfekten Rennen durfte ich mit einem Auge aufs Podest schielen, so meine Erwartungen.


Um 6.40 Uhr fiel der Startschuss. Geschwommen wurde dank der warmen Temperaturen im Zürichsee ohne Neopren Anzug. Wie ihr euch vorstellen könnt, waren die 3.8 Kilometer schwimmen meine kleinste Sorge. Selbst an einem schlechten Tag würde ich mich hier in der Spitze aufhalten können. Ich hatte aber keinen schlechten Tag, sondern fühlte mich vom ersten bis zu letzten Meter Top. So stieg ich alleine mit beinahe 2 Minuten auf den Zweiten aus dem Zürichsee und ging als erster auf die Radstrecke. Wie beim Schwimmen wählte ich auch hier ein regelmässiges Tempo, welches ich möglichst bis zum Schluss durchhalten konnte. Nach etwa 30 Kilometern bekam ich Gesellschaft von den  zwei Rennfavoriten 

Michael Raelert und Jan van Berkel. Mit dieser Rennkonstelation hatte ich gerechnet. Der Plan  scheint bis jetzt aufzugehen. Wir sind dann zu dritt gefahren, den gegenseitigen Respekt erwiesen wir uns, in dem wir regelmässig um die 15 Meter Drafingdistanz einhielten. Bei etwa 120 Kilometern setzte ich mich  von den beiden Jungs ab. Während Michael Raelert mit muskulären Problemen weit zurück fiel verlor Jan nur knappe 2 Minuten bis zum zweiten Wechsel. Ich ging also als Erster auf den abschliessenden Marathon. Hier wollte ich von Anfang an mein eigenes Tempo laufen und auf keinen Fall überzocken. Am Anfang fühlte ich mich erstaunlich gut. Doch schon bald wurden meine Beine schwerer und ich hatte zunehmend zu kämpfen. Schnell fiel ich auf den zweiten Platz zurück und später auf den dritten Platz, welchen ich dank dem grossen Radvorsprung erstaunlich lange halten konnte. Meine Energiespeicher waren stark angegriffen und ich hatte leider auch kein Patentrezept dies nochmals zu ändern. Die letzten 10 Kilometer fühlten sich an wie ein ganzer Marathon. Ich war mir nicht sicher wie ich es noch ins Ziel schaffen sollte.  Was mich ins Ziel trug waren die vielen Zuschauer und Fans,  sowie mein Kopf, der meinem Körper unmissverständlich zu verstehen gab, dass ich unbedingt finishen wollte. Schlussendlich kam ich auf dem 7. Schlussrang ins Ziel. In einem Rennen, in dem ich viel richtig gemacht habe sind mir in der sehr wichtigen Schlussphase doch einige Fehler passiert. Spätere Auswertungen haben gezeigt, dass ich vor allem energetisch viel zu wenig Kalorien zu mir nahm. 

 

Was mir bleibt ist eine tolle Schwimmleistung, gefolgt von einer super Radleistung und einige neue Erfahrungen über die Langdistanz, die mir bei meinem nächsten Ironman sicher weiterhelfen werden. Ich bin überzeugt, dass ich schon bald auch die letzten Puzzle Stücke richtig zusammensetze; gebt mir noch etwas Zeit dafür. Wenns so einfach wär, hiesse es ja nicht IRONMAN.:)

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    hanomag (Donnerstag, 20 August 2015 10:16)

    sehr guter Bericht, gratuliere!