Ironman Mallorca

Am vergangenen Samstag absolvierte ich in Mallorca meine erste Langdistanz in diesem Jahr. Ich war fit, das wusste ich von den vergangen Mitteldistanzen. Ich hatte Respekt vor den 180 Kilometern Rad und dem anschliessenden Marathon, denn der Fokus lag dieses Jahr klar auf der Hälfte der Distanz. Trotzdem, die Vorfreude aufs Rennen war gross und ich war bereit mein Bestes zu geben.

Das Meer war mit 25 Grad angenehm warm, so wurde ohne Neopren geschwommen. Statt meinem super schnellen Sailfish G-Range kam zum zweiten Mal der Saison der Speedsuit Sailfish Rebel zum Einsatz. Ich fühlte mich sehr gut und kam mit einer knappen Minute Vorsprung auf den Zweiten, als Erster aus dem Wasser. Mit einem schnellen Wechsel gings ab auf die 180 Kilometer lange Radstrecke, welche 1400 Höhenmeter aufweist. Ich konzentrierte mich von Anfang an auf mich selber und fuhr ein regelmässiges Tempo, meine Beine drehten super. Als ich bei Kilometer 30, immer noch alleine in Führung liegend, um den ersten Wendepunkt fuhr, kreuzte ich meine ersten Verfolger erst nach knapp 1,5 Minuten. Ich hatte also bereits fast drei Minuten Vorsprung auf eine Verfolger Gruppe, die bereits 8 Mann stark war. Drei Minuten Vorsprung verschenkt wohl nur jemand, der nicht ans faire Fahren der Konkurrenz (Windschattenfahren ist verboten; 10 Meter Abstand) glaubt, oder selber Körner sparen will, indem er sich nicht an diese Regel hält. Für mich also keine Option die drei Minuten zu verschenken und mich in die Gruppe fallen zu lassen! Ich fuhr also in meinem Tempo weiter und rechnete damit, irgenwann von  ein zwei starken Radfahrern aufgeholt zu werden. Dies passierte nicht. So stieg ich nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 180 einsamen Rad Kilometern alleine in Führung liegend vom Rad und wechselte auf den abschliessenden Marathon. Die Sonne drückte und die Beine waren auch schon frischer. Ich hielt mich an die vorgenommene Pace, um keinen unnötig frühen Einbruch zu provozieren. Bis Kilometer 12 konnte ich den ersten Rang verteidigen, danach wurde ich vom späteren Sieger und ehemaligen Kurzdistanz Weltmeister Tim Don überholt. Alles gut, nichts womit ich nicht gerechnet hätte. So lief ich unbeirrt mein Tempo weiter. Etwa bei der Halbmarathon Marke wurden die Beine langsam schwer und es wurde immer mühsamer meinen Schritt zu halten. Bei 30 Kilometern lag ich noch immer auf dem starken 4. Rang. Danach kam leider der Einbruch und vielleicht die Quittung für meine Soloflucht auf dem Rad. Die letzten Kilometer schienen endlos lang. Auf dem 8. Schlussrang beendete ich die Tortur. Lange schien mehr möglich, aber mein beherztes Rennen wurde leider nicht ganz belohnt. Im Nachhinein bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Ich habe mein Bestes gegeben und ein mutiges, faires Rennen abgeliefert. Leider können das bei weitem nicht alle der 2'650 Teilnehmer behaupten. Einige sind sich wohl, um die Beine zu schonen und schneller im Ziel zu sein, für fast nichts zu schade. Mehrere Szenen, die ich beobachten konnte und etliche Fotos die momentan auftauchen, haben jedenfalls mit 10 Metern Abstand nichts zu tun. Vielmehr ähneln sie einem Teamzeitfahren... Für mich eine Frage der Moral liebe Freunde, ihr bescheisst damit nicht nur eure Konkurrenz sondern auch euch selber. Mir jedenfalls gibt es endlos Energie, in Zukunft noch schneller zu schwimmen, noch schneller Rad zu fahren und schneller zu laufen.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Egli Silvan (Samstag, 11 Oktober 2014 06:04)

    Hallo Manuel

    Nochmals herzliche Gratulation zu deiner Superleistung.
    Mach weiter so wir sind zusammen auf dem richtigen Weg.
    Gerne bin ich dir für das Sponsoring besorgt.
    Auf mich lässt sich zählen.

    herzlichst

    Silvan Egli