Ironman 70.3 Europameisterschaft Wiesbaden

Am vergangenen Sonntag fand in Wiesbaden die Europameisterschaft über die Halbironman Distanz statt. Ich war gut vorbereitet und freute mich sehr auf das Rennen und die herausfordernde Strecke mit 1500 Höhenmetern auf dem Rad. Um mein Ziel einer Top Ten Platzierung zu erreichen drückte ich von Anfang an auf's "Gas". 

 

Gestartet wurde um 7.30 Uhr im Raunheimer Waldsee. Die erste von zwei Schwimmrunden legte ich an zweiter Stelle zurück bevor ich in der zweiten Hälfte an der Spitze selbst fürs Tempo sorgte und als Erster aus dem Wasser stieg. Das Feld hatte sich schon etwas in die Länge gezogen und einige der Hauptfavoriten lagen 2 Minuten zurück. Der Plan schien aufzugehen, BIS JETZT. Den Wechsel aufs Rad versaute ich leider komplett, Probleme mit dem Neo, der Startnummer und dem Visier vom Zeitfahrhelm kosteten mich wertvolle Zeit. Die Spitze mit dem Führungsmotorrad und zwei Athleten war weg. Etwas verärgert "ballerte" ich los und nahm die Verfolgung auf die Spitze auf. Zuerst kam ich nicht näher. Als es jedoch langsam bergiger wurde, konnte ich den Rückstand verkürzen. Zu meinem Erstaunen baute ich gegen eine langsam aber sicher sich aufreihende Verfolgergruppe hinter mir den Vorsprung aus. Praktisch alle Favoriten waren in dieser Gruppe. In der ersten kurzen Abfahrt war ich wohl etwas zu schnell unterwegs und bemerkte, wie mein Hinterrad auf der noch nassen Strasse bereits anfangs der Kurve ins rutschen kam. In Sekundenbruchteilen entschied ich mich, zwischen dem Versuch die Kurve trotzdem noch zu erwischen oder mit 60km/h geradeaus in die Wiese zu fahren, für letzteres. Somit rettete ich mich vor einem schlimmeren Sturz, denn wie ich später hörte, sind dort noch einige Athleten hinter mir zu Boden gegangen. Einer zog sich gar einen Schlüsselbeinbruch zu. Ich schlitterte mehrere Meter durch die nasse Wiese, blieb aber mit einem Fuss ausgeklickt auf dem Rad und somit sturzfrei. Als es endlich anhielt stieg ich ab dem Rad, sprintete auf die Strasse zurück und stieg wieder auf. Bei dieser Aktion ist die Neigung meines Sattels etwas nach hinten abgerutscht. So war es dann ab sofort nicht mehr angenehm in Aero Position zu gehen.:) Als ich nach hinten schaute, stellte ich fest, dass ich durch die "falsche Naviführung" nur noch etwa 20 Sekunden vor einer 10- Mann starken Verfolgergruppe lag. Ich liess mich kurz in die Gruppe um alle Favoriten zurückfallen. Als ich mich wieder gefangen hatte stellte ich fest, dass ich schneller fahren kann und will. So nutzte ich meine Chance an einem der vielen Anstiege und setzte mich wieder ab. Bei Kilometer 75  stellte ich gar die beiden Ausreisser vom Schwimmen wieder, welche zeitweise über 2 Minuten vor mir lagen. Nur der spätere Europameister hatte sich klar abgesetzt. So ging ich zeitgleich mit meinem Trainingskollegen Maurice Clavel, an zweiter Stelle liegend, auf die Laufstrecke. Die Aufholjagd hatte etwas Körner gekostet, dies spürte ich sofort. Trotzdem konnte ich den dritten Rang fast 10 Kilometer behaupten. Danach wurde ich von den drei schnellsten Läufern im Feld gestellt und musste diese leider ziehen lassen. Abgekämpft aber zufrieden mit einer tollen Leistung lief ich als Sechster über die Ziellinie. Allerdings waren zwei Athleten vor mir Australier und zählen somit nicht in die Europameisterschafts- Wertung. Mit dem 4. Rang an der Elite EM über die Ironman 70.3 Distanz war ich mittendrin statt nur dabei. Mein Ziel einer Top Ten Platzierung erfüllte ich dabei klar und die Verbesserung vom letztjährigen 11. Rang freut mich sehr. Vielen Dank an meinen Trainer Lubos Bilek, meine Familie, Freunde und Betreuer, meinem Hauptsponsor Stöckli und all meinen übrigen Sponsoren und Ausrüstern.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Enrico (Mittwoch, 13 August 2014 08:40)

    Bravo Manuel, war ein super Rennen. 3. beste Radzeit trotz dem Ausflug in die Wiese, was bestimmt viel Zeit (und Nerven) gekostet hat.
    Wir freuen uns auf nächstes Jahr in Wiesbaden!