Ironman 70.3 EM, Wiesbaden

Letzten Donnerstag reiste ich ins 400 Kilometer entfernte Nachbarland Wiesbaden, Deutschland. Am Sonntag wurde dort die Ironman 70.3 Europameisterschaft ausgetragen. Ein Blick auf die Startliste, ein paar Tage vor dem Wettkampf, zeigte ein absolut, hochkarätiges Starterfeld inklusive dem amtierenden 70.3 Weltmeister Sebastian Kienle und dem Olympiasieger von 2008, Jan Frodeno.

 

Am Sonntag Morgen um 7.30 Uhr fiel der Startschuss im Raunheimer Waldsee. Geschwommen wurde mit Neoprenanzug, da das Wasser leider nicht genug warm war. Ich erwischte einen denkbar schlechten Start und verlor im Gerangel den Anschluss an eine 5-köpfige Spitze. In der Folge führte ich die ganze zweite Schwimmrunde, um als sechster Athlet aus dem Wasser zu kommen und nicht zu viele Sekunden zu verlieren. Auf dem Rad lief es dafür richtig gut. Die Radrunde ist wohl die härteste in der Halbironman Serie und hat stolze 1500 positive Höhenmeter auf die 90 Kilometer lange Runde. Nach wenigen Kilometern bildete sich eine 14 Mann grosse "Gruppe" welche dann eine ganze Weile zusammenblieb, natürlich mit dem gegebenen Abstand von 10 Metern, denn Windschattenfahren war ja verboten. Der Vorsprung der 5 Ausreisser betrug zu diesem Zeitpunkt eine knappe Minute. Es wurde hart gefahren und ich fühlte mich stark. Etwa bei Kilometer 35 schloss der amtierende 70.3 Weltmeister und stärkste Radfahrer Kienle zu unserer Gruppe auf. Er setzte sich mit seinem agressiven Fahrstil auch ohne zu zögern an die Spitze und erhöhte das Tempo. Dem Tempodiktat von Kienle fielen einige Athleten zum Opfer und konnten den Anschluss nicht länger halten. Etwas nach Streckenhälfte sammelten wir in einem längeren Berg welcher extrem hart gefahren wurde auch die Ausreisser Gruppe wieder ein. Ich fuhr nun an meiner ersten 70.3 Europameisterschaft an der Spitze eines knapp 20 Mann grossen Feldes. Als fünfter Athlet kam ich in die zweite Wechselzone, wo ich meinen Beutel mit den Laufschuhen nicht gleich auf Anhieb fand. Danach gings auf den abschliessenden Halbmarathon. Meine Beine fühlten sich ganz gut an, jedoch hatte ich mit leichten Magenbeschwerden zu kämpfen. Da fast 20 Athleten innerhalb weniger Sekunden auf die Laufstrecke stürmten, war es eher ein Rennen für die Top Läufer im Feld. Dass ich schlussendlich so nahe an die Top Ten heranlaufen konnte und an einer solch stark besetzten EM den 11. Rang ins Ziel laufen konnte und nebenbei auch noch bester Schweizer war, ist ein schöner Erfolg für mich.

 

Gross war dann auch die Überraschung als ich am nächsten Morgen aufwachte und eine Mail der World Triathlon Corporation im Posteingang vorfand. "Herzlichen Glückwunsch, mit ihrem momentanen Punktestand im World Ranking habe Sie sich für die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Las Vegas qualifiziert!"

Wau, das war eine tolle Nachricht. Nun habe ich zwei Tage Zeit, um zu entscheiden, ob ich in Las Vegas an den Start gehen möchte.

 

Wechsel vom Schwimmen aufs Rad
Wechsel vom Schwimmen aufs Rad
Wechsel vom Rad aufs Laufen
Wechsel vom Rad aufs Laufen
Zieleinlauf, 11. Rang Europameisterschaft Ironman 70.3
Zieleinlauf, 11. Rang Europameisterschaft Ironman 70.3

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Kommentare: 1
  • #1

    Enrico (Samstag, 17 August 2013 12:47)

    Bravo Manu, super Leistung! ...unf dazu noch die WM- Qali von IRONMAN.