Ironman 70.3 Pescara, 9. Juni

Am vergangenen Wochenende durfte ich mein erstes Podium an einem internationalen Grossanlass feiern. Ich wurde nach einem "forschen" Auftritt, wie es die Medien nannten, mit Rang 3 belohnt.

Der Entscheid ins 900 Kilometer entfernte Pescara, Italien zu reisen war eher kurzfristig gefallen. Schweren Herzens meldete ich mich beim geplanten Ironman 70.3 in Rapperswil ab, als der Wettkampf wegen zu niedriger Seetemperatur zum Duathlon umgewandelt worden war. Ich hatte mich auf Rapperswil vorbereitet und war mir sicher, fit zu sein. Ein Duathlon hatte auf mich aber keinen Reiz. Als Alternative bot sich nur sieben Tage später der Halbironman in Pescara an. Die richtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

 

Gestartet wurde am Sonntag Mittag um 12 Uhr. Ich fühlte mich gut und nachdem ich super weggekommen bin beim Start, reihte ich mich in der Spitzengruppe ein, welche aus vier Athleten bestand. Zeitgleich mit dem Führenden kam ich aus dem welligen Meer. Nach einem guten Wechsel ging ich als Erster aufs Rad. Als ich nach wenigen Kilometern das erste Mal nach hinten schaute um zu sehen ob noch alle drei Athleten "dran" sind oder ob sogar noch jemand aufschliessen konnte, klaffte schon eine ordentliche Lücke zwischen mir und dem zweiten Verfolger. Wau, ich fühlte mich anscheinend nicht nur super, sondern war auch dementsprechend flott unterwegs. Dies zeigten auch die aktuellen Wattwerte auf. Alles oder nichts, dachte ich mir. In der Folge baute ich meinen Vorsprung kontinuierlich aus. Vorallem die bergigen Teile und die technisch anspruchsvollen Kurven und Abfahrten kamen mir sicherlich sehr entgegen. Die Strecke war gespickt mit über 1000 Höhenmetern, zusammen mit der extremen Mittagshitze ergab dies eine echte Herausforderung.

 

Als ich nach 90 Kilometern als Erster in die Wechselzone einbog und kurz darauf auf den abschliessenden Halbmarathon wechselte waren alle Kameras auf mich gerichtet und der Applaus von den Zuschauern war riesig. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, wie gross mein Vorsprung tatsächlich war. Als ich hörte, dass ich mir ein Polster von über 4 Minuten erarbeitet hatte, war die Freude natürlich gross. Ich war mir aber auch im Klaren, dass über 21 Kilometer Laufen noch einiges passieren kann. Die Hitze war noch immer gross und mein schneller Radsplit sass mir ordentlich in den Beinen. Ich musste mir meine Kräfte nun gut einteilen. Bis Kilometer 18 konnte ich meine Führung behaupten. Danach wurde ich leider von den beiden schnellsten Läufern im Feld gestellt. Ich hatte ihnen nichts mehr entgegen zu setzen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits über 3,5 Stunden am Limit. Als Dritter bog ich auf die Zielgerade ein. Ich genoss die letzten Meter und konnte mich im Ziel über ein super Rennen und vorallem mein erstes Podest bei einem Ironman Wettkampf freuen! 

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